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SchleimiSchleimi

 

  Kobold Schleimi erzählt Geschichte und Geschichten aus Pforze:

 
 
 
 

Dominikanerkloster auf dem Waisenhausplatz

 
Schleimi erzählt mir ein paar interessante Dinge über das Dominikanerkloster auf dem Waisenhausplatz.
Vorab muss man wissen, dass sich seit der Wende zum 13. Jahrhundert in Europa eine neue Art der Frömmigkeit ausbreitete. Bestehend auf Buße und Armut. Auf diesen Pfeilern gründeten Franz von Assisi und Dominikus aus Spanien ihre Bettelorden. Frauenklöster waren die Ausnahme und mussten vom Orden genehmigt werden. Es gab nur 6 adelige Frauenklöster. Was für ein Kloster stand nun in Pforzheim?
Unser Kloster stand ursprünglich außerhalb der Stadtmauern. Erst kam die Stadtmauer ( ungefähr die Höhe der heutigen Zerrennerstraße ) , dann der Eichmühlgraben und danach das eigentliche Klosterareal bis zur Enz.
Unser Kloster war ein wildes Kloster. Das heißt, es war nicht vom Papst oder einem Orden genehmigt. Wie kamen nun solche Klöster zustande? Die stifteten meist der niedrige Adel. Wanderprediger verkündeten das Evangelium vor Straßendirnen und Prostituierten. Den reuigen Sünderinnen gab man Gelegenheit von der Straße und ihrer sozialen Notlage wegzukommen und Unterschlupf sowie ausreichend Verpflegung in einem ordentlichen Haus zu finden. So auch in unserem Kloster aus dem Orden der Büßerinnen. Die Klosterpatronin war Maria Magdalena ( eine ehemalige Prostituierte aus der Bibel und reuige Sünderin ) Dies ist urkundlich 1265 belegt.
Der Papst verbot die wilden Klöster und forderte, dass sich diese einem regulären Orden anschlossen. So schloss sich unser wildes Kloster 1282 dem Orden der Dominikaner an. Zur ursprünglichen Patronin kam nun die heilige Jungfrau Maria hinzu. Das war ein cleverer Schachzug! Denn nun wurde das Kloster auch für Frauen aus dem gut bürgerlichen Stand und niedrigem Adel interessant. Auch wenn die Nonnen in Armut leben mussten, durfte das Kloster Schenkungen annehmen. Mit diesem Geld wurde das Kloster ausgebaut. Ebenso eine Kirche mit 9 Metern Breite und 21 Metern Länge. Nicht schlecht! Natürlich kam eine prächtige Innenaustattung dazu. Die Zahl der Nonnen schwankte zwischen 20 und 50. Dazu gab es jede Menge Laienschwestern. Diese wurden von Handwerkern und Hilfspersonal unterstützt. Der Orden widmete sich hauptsächlich der Kranken- und Armutspflege.
Damit man einen Eindruck von dem "neuen" Kloster bekommt, nenne ich mal ein paar Namen. Da wären Margarete und Brigida. Beides Töchter des badischen Markgrafen Bernhard. Oder Elsbeth und Luitgard. Beides Pfalzgräfinnen von Tübingen. So wurde das Kloster reich. Man kaufte den Besitz vom Kloster Hirsau in der Altstadt. Also alles Land und die Rechte rund um den Kappelhofplatz und der Altstädter Kirche. Höfe und Rechte in Vaihingen, Nöttingen und Ispringen. Güter in Bietigheim und Bauschlott, ganz Ellmendingen, die Vogtei in Brötzingen, Eutingen und Ispringen. Dazu kamen noch Häuser in Pforzheim. Den ganzen Reichtum aufzuzählen wäre sehr mühsam und zeitraubend. Aber die Erträge flossen der Armen- und Krankenpflege zu.
Um es kurz und bündig auszudrücken. Unser Frauenkloster war stinkereich!
Doch dieser immense Reichtum überdauerte nicht. 1564 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst. Im Augsburger Religionsfrieden wurde 1555 festgelegt, wer regiert, bestimmt, was die Untertanen zu glauben haben. Und Markgraf Karl II bekannte sich zum Luthertum. Nach langem, vergeblichen Widerstand mussten auch unsere Nonnen 1564 in das Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar ins Exil.
Auf Vermittlung von Kaiser Ferdinand I bekamen sie für ihren Besitz 10.000 Gulden. Dazu kamen 1000 Gulden für Hausrat, Vorräte und Vieh.
Das war ein absolutes Schnäppchen!
Eingefädelt hat die Sache der uns bekannte markgräfliche Kanzler Dr. Martin Achtsynit, der ja auch in der Schlosskirche mit allen Ehren begraben wurde. Als Lohn für den neuen Reichtum, den er dem badischen Markgrafen bescherte, bekam er die Niefernburg und den Klosterwald, der heutige Kanzlerwald. Jaja, da ließ sich der Markgraf Ferdinand I. nicht lumpen. Schließlich baute er gerade sein Schloss aus und da kam der neue Reichtum mehr wie gelegen.
Für viele Herrscher war bestimmt ein Grund ihrer lutherischen Glaubensentscheidung, dass die katholischen Klöster aufgelöst wurden und der Besitz dem Regierenden zufiel.
Nun ja, immerhin bekamen die Nonnen vom badischen Markgrafen eine geringfügige Entschädigung von 10.000 Gulden für ihren weltlichen Besitz. Haha, weit gefehlt! Die sackte nämlich der in Geldnöten steckende Kaiser Ferdinand für seine Vermittlung ein.
In das verlassene Kloster zog das Heilig-Geist-Spital ein. Quasi das erste Krankenhaus der Stadt. Doch während des Pfälzischen Erbfolgekrieges1689 und 1692 brannte die Gebäude bis auf die Grundmauern nieder und auf dem freien Baugelände entstand unser Waisenhaus und die Wiege der Pforzheimer Uhrenindustrie.
Jetzt wünsche ich Euch ein sonniges Wochenende.
Euer Freund und Kupferstecher Schleimi.
 
Auf dem Bild sieht man von der Rossbrücke links den erhaltenen Rosen-Klostergarten, in dem wahrscheinlich auch die verstorbenen Nonnen begraben wurden.
 
 
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Unser Schelmenturm
 
SchelmenturmSchelmenturm
Der Schelmenturm stand in der Au. Diese war das Flößerviertel außerhalb der Stadt. Die Au hatte eine eigene Befestigung und der Schelmenturm war ihr Wachturm! Die "Auer" waren ein eigener Menschschenschlag. Hart aber herzlich. Und sehr gläubig. Die Häuser standen dichtgedrängt. Man war ja eine Familie. Vor der Haustüre lagen die Dunghaufen. Ebenerdig waren die Ställe. Dann ging es eine Stiege zu den Wohnräumen hoch. Unter dem Dach wurde das Heu gelagert. Die Flößer unterstanden nicht der Stadt Pforzheim, sondern dem Markgrafen. Sie hatten seit 1501 ihre eigene Flößerordnung und Gerichtsbarkeit. Am 7. Januar war der Tag der Gerichtsbarkeit und alle Flösser mussten daran teilnehmen. Da wurde dann das Jahr " aufgearbeitet". Natürlich wurden auch die Knechte und Helfer befragt und sie konnten Klagen vorbringen. Unentschuldigtes Fehlen wurde mit der Abgabe von einem Pfund Kerzenwachs ( für die Kirche ) bestraft. Damals war Kerzenwachs sehr teuer!!!
 
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Wer war Alfred Katz ?
 
Alfred Katz ( Sohn des " Gedenktafel Katz " ) Direktor bei ROWI. Er war ein Weltberühmter Tourenwagen-Rennfahrer. Hihihihi. Er wollte nicht unter seinem richtigen Namen fahren, sondern benutzte ein Pseudonym!! Er begann als Meier 3 mit einem Rowi Geschäftswagen Ein Mercedes 180. Kurt Geiss frisierte das Wägelchen und Meier 3 gewann. Das war 1956. Als dann Meier 3 zu oft auf der Siegerliste erschien, brauchte er einen neuen Namen. Und da gab es doch einen Mann, der 1950 die Deutschlandfahrt gewonnen hatte, jetzt aber lieber das beste Autoradio der Welt bauen wollte. Hihihihi. Genau das Becker Radio. Also nannte sich Herr Katz in Absprache. Becker 3! 1962. Die halbe Welt stand Kopf! Tour d'Europe. 10 Tausend Kilometter quer durch Europa. Und wer gewann? Natürlich Becker 3 mit Katz und dem beinamutierten Rudolf Golderer. Erster Preis. Ein neues Auto!! Zweiter Preis ein zentnerschwerres handgetriebenes Service aus Silber. Gestifttet von König Heissein aus Marokko. Katz und Golderer winkten ab. Gold und Silber haben wir in Pforzheim selbst genug, aber einen Union 1000S-Coupe nicht. Und dann kam die Erfindung des Fixo-Flex-Bandes vin ROWI. Ein weltweiter Verkaufsschlager! Und das Team wurde umbenannt in Fixo-Flex-Team und Herr Katz nahm den neuen Namen an. Fred Cats. Und dann wurde alles abgerräumt was kam. Und wie kam er zu dem Namen Don Alfredo? Nun, die Mitarbeiter in den Filialen auf der ganzen Welt nannten ihren Chef liebevoll Don Alfredo. Unter diesem Namen bestritt er dann sein letztes Rennen.Die Worldcup Rallye 1970. Von Londen nach Mexico Citty. 7000 Kilometer Europa, Verschiffung in Lissabon und dann 20.000 Kilometer Südamerika. Diie hundert Weltbesten Fahrer starteten im Wembley-Stadion um den Weltpokal zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Mexiko zu bringen. Eine Klasse Idee! Nur 20 Autos hatten die Ehre den Worldcup zum Eröffnungsspiel ins Aztheken- Stadion hinein fahren zu dürfen. 200.000 Menschen bejubelden den Autocorso. Und wer dabei. Don Alfredo und Alfred kling aus der Bleichstraße in Pforzheim. Danach kann nichts mehr kommen. Ein würdiger Abschluss! Noch besser wie die Schlagzeile der Bildzeitung. Gerd Müller müllert uns nach Mexico. Wenn er noch lebt, feiert er dieser Tage seinen 90. Geburtstag. Eine Anekdote ist mir in Erinnerung geblieben. Ich saß im Bistro Revolution und süffelte einen Campari Orange ( damal Kultgetränk ) als Herr Katz mit einem Wahnsinns-Porsche vor fuhr um einen Espresso zu trinken. Ein junger Schnösel rief übermütig . " Guckt euch den alten Knacker an. Hat eine Riesen-Rakete unter dem Arsch, aber wahrscheinlich kann er nicht mal richtig Einparken." Herr Katz sagte freundlich lächelnd " Auch ein alter Knakcer kann sich noch an den schönen Dingen des Lebens erfreuen" Dann rief er " Moni, machst Du mir schnell einen kleinen Espresso" Schleimi grinste süffisant in seinen Campari und dachte. Mein Jüngelchen, wenn Du wüßtest!!! Übrigens Moni war die Claudia Schiffer von Pforzheim mit schwarzen Haaren. Herr Schäfer aus dem Ascot hatte das Glück sie als Bedienung zu gewinnen!!! Da war die Bartheke um zehn Uhr immer voll mit Männern , die vorbei kamen um die Moni zu sehen und einen Kaffee zu trinken. Moni war todunglücklich. Sie gestand mir einmal unter Tränen. " Die Männer sehen alle nur meinen Körper und nicht meine Persönlichkeit" Während ich die schluchzende Moni in den Arm nahm, blieben sogar dem abgebrühten Schleimi die Lügen-Worte im Hals stecken.Er wollte nämlich tröstend sagen " Ach Moni. Ich sehe deinen Charakter und deine Persönlichkeit" Übrigens habe ich sie mal wieder im Größenwahn in der Bleichstraße getroffen. Sie sprang auf, umarmte mich und jubelte. " Edu. Ist das schön!! " Die anwesenden Männer waren unisono einer Meinung. Der blöde Kerl mit der Brille ist bestimmt ein reicher Knacker!! So kann man sich täuschen. Eine der vielen Geschichten, die das Leben schreibt.
 
 
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Erhellende Informationen über das kleine Häusle an der Barfüßerkirche

 

BarfüßerkircheBarfüßerkirche

Schon um 1620 beklagten sich die Franziskaner-Mönche, dass am Chor ihrer Kirche eine kleine Schmiede stand.

Der Schmied soll durch sein unbotmäßiges Gehämmere und Geklopfe die frommen Andachten gestört haben.

Doch der Schmied konterte rotzfrech, dass ihn das Läuten der Kirchenglocken ebenfalls störe.Dagegen wäre das Plingpling bei seiner Schmiedearbeit harmlos.

Und er bekam recht! Das Häusle stand bis in die Neuzeit. Der Hauptbetrieb war aber in der Barfüßer-Gasse 5.

Was mich anfangs verwirrte war, dass der Schmied den Namen Schuhmacher trug.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 BarfüßerkircheBarfüßerkirche

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 Einweihung des Wartbergfreibades

Die Einweihung des Wartbergfreibades fiel buchstäblich ins Wasser.Das war am 21. Mai 1966. Doch dann hatten wir einen Jahrhundert-Sommer und der banzige Schleimi war braun wie ein Negerle. Nun ja, wenn man jeden Tag stundenlang Ringtennis und Schnürles spielt ist das ja kein Wunder. Den Eintritt finanzierte ich mit 15 Minuten Abfall einsammeln bevor das Freibad schloss. Legendär waren die Landjäger mit Doppelweck!

Einweihung des WartbergfreibadesEinweihung des Wartbergfreibades

 

 

 

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